26. 08. 2013

27. August 2013  Tagebuch

Ein anstrengend-schönes Wochenende beim Hechtfest, eine wunderbare Grundeinkommensveranstaltung, ein Besuch griechischer Genossinnen und Genossen und einige Fragen. Also: los gehts!

Auf dem Hechtfest hatte die Linksjugend einen Stand aufgebaut und ganz hervorragend organisiert. Rund um die Uhr waren Helferinnen und Helfer anwesend, es war ausreichend Material da, der zugeteilte Platz war wunderbar, die Popcornmaschine, deren spezifischer Zweck für einen Infostand sich mir bisher kaum erschloss, konnte hier ihre ganze Stärke ausspielen. Viele Menschen kamen unbefangen an den Stand heran, ein großer Teil wegen unserer Petition gegen die Hafencity, andere wegen des Bürgerbegehrens für kommunale Wohnungen, und so viele nette Gespräche hatte ich schon lange nicht mehr. Mein Gute-Laune-Vorrat ist nun hoffentlich wieder aufgefüllt und reicht bis zur Wahl.

Gestern Abend fand im Kabarett „Breschke und Schuch“ die lange vorbereitete Veranstaltung „Kulturschock Grundeinkommen“ statt. Das Kabarett war bis auf den letzten Platz gefüllt, die Notbestuhlung wurde hervorgezaubert, der Hausherr selbst bestritt den ersten Teil der Veranstaltung, und ich habe etwas erlebt, was ich lange nicht mehr gesehen habe: die Leute im Publikum fingen an miteinander zu diskutieren. Ich weiß nicht, wie viele davon schon bisher zu Gruppen gehörten, die sich der Grundeinkommensthematik widmeten. Aber eine Erkenntnis bleibt: als LINKE sollten wir weiter dran bleiben und Foren für solche Diskussionen bieten. Zu kontroversen Themen, an spannenden Orten.

Für ein paar Tage sind im Rahmen einer Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Genossinnen und Genossen aus Griechenland zu Besuch. Sie sind, trotz oder vielleicht auch wegen der Lage in ihrem Land an der deutschen Kommunalpolitik interessiert. Sie versuchen zu verstehen, wie die Kommunalpolitik in einem Land funktioniert, durch dessen Einwirkung ihre Möglichkeiten kommunaler Politik fast vollständig zerstört wurden. Denn die Folgen der Sparpolitik sind auch (und vielleicht sogar vorrangig) in der Vernichtung der staatlichen Strukturen zu erleben, die sich einer Sparpolitik entgegenstellen würden. Und das sind naturgemäß die Kommunen und ihre gewählten Vertreterinnen und Vertreter.

Ein Genosse trug gestern ein Problem an mich heran: Angesichts des oben eingefügten Bildes gebe es in seinem Freundeskreis die Auffassung, der Wahlkampf müsse mit Ernsthaftigkeit betrieben werden. Aber klar, ich gebe ihm Recht. Für die, die den Kontakt zur LINKEN nur und ausschließlich über meinen Wahlblog und meine Facebookseite haben sei gesagt: Es gibt da noch andere Möglichkeiten. Ca. 100.000 Seiten, in denen sinnvollerweise (Die Seite der Bundespartei zum Beispiel) oder in mehr oder weniger schlechter Wiederholung unsere Themen in aller Ernsthaftigkeit dargestellt werden. Ich jedenfalls will gern sagen, was ich denke, aber nicht, wenn es schon gut und vollständig von anderen gesagt wurde. Dann fängt man nämlich schnell an die Menschen zu nerven. Und ich will gern tun was ich sage. Bei meinen begrenzten persönlichen Kräften sollte ich also auch nicht zu viel sagen.


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