02. 09. 2013

03. September 2013  Tagebuch

medingenNun kenne ich also Medingen. Und Ottendorf-Okrilla, jedenfalls den Friedhofsmeister. In Medingen aber kenne ich nun viel mehr. Den Gasthof, der hat eine Bowlingbahn, den Kegelclub, den Goldenen Born, das Schloss, die Schule, das Vereinshaus, den Jugendclub, riesige Saftbehälter vor der Kelterei OESE.

Während wir durch den Ort geführt wurden bremste ein schickes Auto ganz scharf, und der Fahrer schaute heraus und wünschte viel Glück. Das macht Mut und hat mich wirklich sehr gefreut.

Aber auch eine Menge anderer kleiner Erlebnisse sind sehr schön.So trugen wir am Freitag Materialien für den Bürgerentscheid in die Haushalte in Gorbitz und der näheren Umgebung. Plötzlich lief eine junge Frau hinter uns her, die meine LINKE-Tragetasche gesehen hatte und sagte, sie wohne zwar nicht hier in der Straße, wolle aber trotzdem das Material von uns haben. Glücklicherweise hatte ich reichlich dabei…

Der Wahlkampf am Wochenende war kurzzeitig unterbrochen. Oder sagen wir besser: transformiert. Angesichts zweier Umfragen, die uns bei 10% sehen und damit nah an der Erfüllung der Gysi-Aufgabe, zweistellig zu werden, haben wir uns zu einem Landesparteitag zurückgezogen. Dort ging es um die Neuwahl unseres Landesvorstandes, hier freue ich mich besonders für die gewählten Genossinnen und Genossen aus dem Stadtverband Dresden, und um wirtschaftspolitische Leitlinien.Mit denen haben wir jetzt unsere Kompetenz unter Beweis gestellt. Das Wirtschaftsministerium ist unser! Das ist jetzt so sicher wie rotrotgrün nach der nächsten Landtagswahl.

Mit zwei Menschen aus meinem weiteren und politisch nicht so stark eingebundenen Bekanntenkreis habe ich etwas übers Wählen geredet. Da ich ja nun als Kandidat erkennbar bin hatten sie durchaus Interesse zu reden und sich zu erklären. Die eine meinte, LINKE, das seien doch die sozialen und die Grünen halt dafür, dass viele Bäume und Sträucher in der Stadt wüchsen, die andere meinte, sie wähle für den Bundestag immer LINKE und für die Stadt immer grün, und auf meine Frage warum sagte sie, die seien doch mehr so für Radwege. Guuuut, ja, aber immerhin: sie haben nicht den Wahlomaten bedient.

Zu berichten ist noch mein erstes (und möglicherweise auch einziges) direktes Zusammentreffen mit Kollegen Vaatz. Das fand auf einer Podiumsdiskussion zu migrationspolitischen Fragen statt. Ein leutseliger Mann ist er. Ich hab ihm meinen Standardscherz („länger im Amt als Honecker“) vorgetragen, und er entdeckte recht schnell, dass ich auch schon eine ganze Weile Stadtratsmitglied bin. Ich hab ihm vorgeschlagen zu tauschen. Er schützte vor, dass gefiele sicher nicht allen in seiner Stadtratsfraktion.

Ansonsten hab ich im Vorgeplänkel dieser Diskussionsrunde meinen Freund und Gegenkandidaten, den Grünen Stephan Kühn, einen Kriegstreiber genannt. Er meinte, diesen Vorwurf habe er ja nun schon sehr lange nicht mehr gehört. Das aber war vor dieser Wortmeldung. Also, Stephan: hol schon mal das olivgrüne Shirt raus. Denn wenn es im Bundestag zur Frage eines Einsatzes in Syrien zur Sache geht werdet ihr doch sicher wieder als verlässliche Garanten einer starken deutschen InteressenMenschenrechtspolitik parat stehen.

 

 


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