15.09.2013

16. September 2013  Tagebuch

Heute war Angela Merkel in Dresden. Ich bin nicht hingegangen. Ob sie wohl etwas Neues erzählt hat? Und eine Drohne ist knapp neben sie gefallen. Bald wird es zur Grundausrüstung von Großveranstaltungen gehören, solche Fotodrohnen eliminieren zu können. Schöne neue Welt.

Am vergangenen Freitag war unsere Kochshow in Radeberg. Das Konzept besteht darin, dass Peter Porsch und Stefan Hartmann zusammen hinter einem LINKE-Stand Essen kochen und verschenken und dabei lustige Dinge erzählen. Also das Konzept für überall. In Radeberg wurde es auch so gut es geht eingehalten, allerdings war der erste wartende Kunde am Stand der Kollege Ministerpräsident Tillich. Zwar hatten sich die Kochkünste meiner führenden Genossen, zu denen sich hier auch noch der Landesvorsitzende Rico Gebhardt und die Landesgeschäftsführerin Antje Feiks hinzugesellten, offenbar bis in die Staatskanzlei herumgesprochen. Aber der MP ist der lebendige Beweis dafür, dass sich die Menge der SuppenkundInnen nicht mit der potentieller WählerInnen deckt.

Arnold Vaatz hingegen, ebenfalls anwesend, lenkte den Blick weg von den kulinarischen Verführungen und wurde später, Fotobeweise sind vorhanden, am Pferdewurststand gesehen.

dialogüberparteigrenzen

Ich habe, nachdem eine Ungeschicklichkeit mich einen Kaffeefleck auf dem Hemd hat produzieren lassen, als Sichtschutz die Kochschürze übergeworfen und mich in parteiübergreifende Gespräche gestürzt. Immerhin konnte ich die gute Frau, wenn schon nicht überzeugen, so doch verwirren und sie hat entsprechend reagiert und von ihren Opfern abgelassen und mit mir geredet. Unter ihren Schirm konnte ich nicht schlüpfen: die CDU-Sonnenschirme sind offenbar vom selben Produzenten wie unsere und einfach zu niedrig für mich.

Vorgestern hatte die LInksjugend zum Brunch eingeladen, besser zur Brunchtour. Das Konzept war ähnlich dem der Kochtour, nur dass die Leckereien fürs Volk unaufwendiger zu Hause produziert wurden und nur als Lockmittel für Gespräche dienten. Diese Tour ging drei Tage lang, und voller Pflichtbewusstsein hatte ich mich an dem Termin, der gnädigerweise in meinen Wahlkreis gelegt wurde, beteiligt. Der Stand war neben dem Elbamare, an der Haltestelle Merianstraße, aber in einem Seitenweg. Alles sehr chillig, sehr freundlich, sehr angenehm. Trotzdem bin ich mit einem der netten jungen Genossen dann zum Kinderfest der Freiwilligen Feuerwehr Gorbitz gegangen. Volles Haus dort, Respekt! Und Danke an den Wehrleiter Ingo Bauernfeind, der unkompliziert eine Führung durch das Gebäude ermöglichte.

Am Sonntag hab ich mit Freundin und Kind den Wahlkreis in Gänze durchmessen, um sowohl das Leutewitzer Mühlenfest, das unmittelbar daneben gelegene Familienfest und dann das Hochlandfest in Schönfeld zu besuchen. Während das Familienfest, als Spätsommerfest angekündigt, nach eigener Lesart der SPD ein Fest ihres Ortsverbandes West ist waren die von mir befragten BürgerInnen und Vereine der Meinung, es handle sich eher um ein traditionelles Fest, in das sich die SPD hereingedrängelt habe. Wie dem auch sei: die zweite Interpretation ist mir die angenehmere.

Im Hochland war allerdings deutlich mehr los, auch sehr hübsche Attraktionen wurden dort gezeigt. Retroautos mit Elektroantrieb, in denen Kinder herumfahren konnten. Wunderbar! Vermutlich war da der TÜF noch nicht dran, sonst wäre dieser Spaß sicher verboten. Und einige Minuten Chorkonzert in der Schönfelder Kirche konnte ich mithören. Hatte ich schon einmal erzählt, dass mich der ländliche Charm des Hochlandes sehr anzieht? Als Besucher wohlgemerkt, nicht als Einwohner, da bin ich zu sehr Städter. Aber die gegenseitigen gepflegten Abneigungen zwischen der Kernstadt und dem Hochland kann ich nicht verstehen.

 

 

 

 

 


4 Kommentare zu „15.09.2013”

  • Mona sagt:

    Also gegenseitig gepflegten Abneigungen zwischen Kernstadt und dem Hochland, sind mir unter den jüngeren Generationen unseres Schönfelder Hochlandes noch nicht begegnet, nur ein hyperverstärkter Drang zur Suburbanisierung, seitens der Herrschaften aus der Stadt. 😉 Noch ein Kommentar: Solche Spitzen nonabgehobenen Humors, wirken alles andere als gekünstelt und gezwungen, wie beispielsweise der lieben Spielgefährtin unserer Politik Mme Merkel. Nein, ganz im Gegenteil, offenherzig ehrlich, begrüßen einen die Worte. Keine leeren Phrasen, die sich an allen Tagen gleichen. Also wenn es Menschen gibt, die nicht am unbedeutsamen Kleinbürger vorbei regieren, sondern gern sich unter ihnen blicken lassen und sich mit ihm identifizieren, deren Ideal stets geprägt von einem sozialen, gleichberechtigten Gedanken ist, dann sind es die Damen und Herren des politischen Alltags, die sich der LINKEn zugehörig, schimpfen. -Ziele sind nie unmöglich, es kommt nur auf die Herangehensweise an.- liebe Grüße Mona

  • steffen gottwald sagt:

    tüf steht für?

  • Tilo Kießling sagt:

    TÜV natürlich. Hach. Lass ich das nun stehen oder verbessere ich es im Text? Wie ist da die korrekte Verhaltensvorschrift?

  • Mona sagt:

    Kleine Fehler machen einen menschlich, nur Große zu einem Idioten…

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