Die Kandidierenden stehen fest.

02. Februar 2014  Allgemein
Im unteren Teil unsere Pressemitteilung von gestern. Der Termin für die dort beschriebene außerordentliche Delegiertenversammlung, die eigentlich „Besondere VertreterInnenversammlung“ heißt, weil sie sich nach dem öffentliche Wahlrecht richtet und nicht nach den innerparteilichen üblichen Vorgängen ist auch noch nicht endgültig auf den 1. März festgelegt, da müssen wir dann nach den Erfahrungen des 1. Februar noch mal an die Zeitplanungen ran. Immerhin wollen wir an diesem Tag ja auch eine Reihe anderer Wahlen durchführen.
Ich bin jedenfalls außerordentlich froh. Vor allem darüber, dass sich insgesamt 123 Menschen bereit erklärt haben für uns zu kandidieren. Denn alle geben ja ihren Namen und ihr Gesicht für die LINKE, ganz egal ob auf einem ersten oder einem neunten Listenplatz. Der Fotograf im Versammlungssaal hatte jedenfalls gut zu tun, um von allen ein Bild aufzunehmen.
Nun geht es darum, sowohl für unsere großen politischen Linien als auch für unsere konkreten politischen Schritte bei den Dresdnerinnen und Dresdnern zu werben. Große Ziele, Menschen, die sie umsetzen, klar erkennbare Schritte und die Verbindung zu den Bürgerinnen und Bürgern werden unser Mittel sein, um unser Wahlziel von 20% der Stimmen in Dresden zu erreichen. Bis zum 25. Mai ist das unser Arbeitsauftrag.
Auf ihrem Stadtparteitag am 1. Februar hat die Dresdner LINKE die Kandidaten für die Kommunalwahl im Mai 2014 nominiert. Die über 200 Anwesenden wählten dabei die Kandidatinnen und Kandidaten für 1. und 2. Listenplätze sowie die Kandidaten für die weiteren Plätze in separaten Blöcken, wobei die Wahl für die Spitzenplätze quotiert nach Frauen und Männern erfolgte. Außerdem wurden Delegierte für eine außerordentliche Delegiertenversammlung gewählt, welche am 1. März die Zuordnung für die Wahlkreise beschließen wird. Insgesamt haben sich 123 Mitglieder und Sympathisanten der LINKEN bereiterklärt, für DIE LINKE zu kandidieren. Damit kann die Dresdner LINKE auch 2014 wieder alle zur Verfügung stehenden Listenplätze mit Kandidaten besetzen.

Wahlergebnisse:

Aufstellung der Kandidaten für die Kommunalwahl 2014 in Dresden, DIE LINKE
1. Listenplätze (Männer) 6 Plätze
André Schollbach
Tilo Kießling
Andreas Naumann
Thomas Grundmann
Tilo Wirtz
Jens Matthis
1. Listenplätze (Frauen) 6 Plätze
Dr. Kris Kaufmann
Annekatrin Klepsch
Dr. Margot Gaitzsch
Anja Apel
Pia Barkow
Jaqueline Muth
2. Listenplätze (Männer) 6 Plätze
Hans-Jürgen Muskulus
Magnus Hecht
Silvio Lang
Maurice Devantier
Dr. Frank Urban
Prof. Dr. med. Dieter W. Scheuch
2. Listenplätze (Frauen) 6 Plätze
Cornelia Eichner
Kerstin Wagner
Annegret Gieland
Marina Brandt
Manuela Sägner
Kerstin Mieth

Halb zog sie ihn,

13. Januar 2014  Allgemein

halb sank er hin. Diese Verlockung. Nicht der Nixe, natürlich nicht, es läge mir fern, die Grüne Ratsfraktion mit einem Fischer und Frau Oberbürgermeisterin Orosz gar mit einer Fantasienixe zu vergleichen. Aber diese Verlockung der Macht, nicht wahr. Zwar stehen wir vor einer Kommunalwahl und hoffen, auch in Dresden, nein: Gerade in Dresden!, auf einen Politikwechsel, und es wäre doch klug, alle wesentlichen Entscheidungen in den Herbst zu verlagern.

Anders denken aber meine Grünen Ratskolleginnen und Ratskollegen. SZ und DNN habens nuanciert anders, aber in der Richtung eindeutig abgedruckt: Die Grünen wollen beim nächsten Haushalt wieder mitmachen. Und sie wollen so schnell wie möglich damit anfangen! Dabei bemühen sie sich ganz kühl und unberührt zu schauen, so als hätten sie alles im Griff. Wer das Agieren der CDU-Grüne-SPD-Haushaltskoalition im Stadtrat und hier vor allem den Eifer, die Eilfertigkeit der Grünen beobachtet kann aber nicht anders als zu konstatieren, dass da ein Herzenswunsch in Erfüllung ging und sie die durch braves Mitwirken errungene Wichtigkeit auf keinen Fall verlieren wollen.

Dabei geht es garnicht um die Zustimmung oder Nichtzustimmung zu einer Haushaltssatzung, das ist Unfug. Einer Haushaltssatzung kann man zustimmen oder auch nicht, und zu betonen, man sei grundsätzlich auch bereit dazu ist eine anscheinend unbedeutende, inhaltsleere Aussage. Bedeutend wird sie nur dadurch, dass sie die Fortsetzung eben jener Haushaltskoalition ankündigt. Den Sonderfall zur Regel erklärt: weil es so erfolgreich gelaufen ist. Was aber ist: erfolgreich?

Ich weiss nicht, ob die Grünen die Möglichkeit einer Rot-Rot-Grünen Kooperation bereits vollends zu den Akten gelegt haben oder ob sie meinen, ihre Wählerschaft und meine Partei würden jede Annäherung an die CDU mangels Alternativen einfach ertragen. Aber ich würde es gern wissen, öffentlich und nachvollziehbar.

Zum jetzigen Zeitpunkt allerdings und nach den eindeutigen Präferenzen der Grünen für eine CDU-Annäherung bundesweit kann man die aus der Stadtratsfraktion kommenden Signale nicht anders werten als das Angebote zur dauerhaften engeren Zusammenarbeit mit der CDU. Ich nehme es, betrübt, zur Kenntnis. 

Übrigens, achtet auch auf die 4. Strophe. Wer wöllte Goethe schon widersprechen:

 

Der Fischer

Das Wasser rauscht‘, das Wasser schwoll,
Ein Fischer saß daran,
Sah nach dem Angel ruhevoll,
Kühl bis ans Herz hinan.
Und wie er sitzt und wie er lauscht,
Teilt sich die Flut empor:
Aus dem bewegten Wasser rauscht
Ein feuchtes Weib hervor.

Sie sang zu ihm, sie sprach zu ihm:
»Was lockst du meine Brut
Mit Menschenwitz und Menschenlist
Hinauf in Todesglut?
Ach wüßtest du, wie’s Fischlein ist
So wohlig auf dem Grund,
Du stiegst herunter, wie du bist,
Und würdest erst gesund.

Labt sich die liebe Sonne nicht,
Der Mond sich nicht im Meer?
Kehrt wellenatmend ihr Gesicht
Nicht doppelt schöner her?
Lockt dich der tiefe Himmel nicht,
Das feuchtverklärte Blau?
Lockt dich dein eigen Angesicht
Nicht her in ew’gen Tau?«

Das Wasser rauscht‘, das Wasser schwoll,
Netzt‘ ihm den nackten Fuß;
Sein Herz wuchs ihm so sehnsuchtsvoll
Wie bei der Liebsten Gruß.
Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm;
Da war’s um ihn geschehn;
Halb zog sie ihn, halb sank er hin
Und ward nicht mehr gesehn.

 

Jahreswechsel

27. Dezember 2013  Allgemein

Ruckzuck vergeht die Zeit. Nachwahlzeit, Auswertungen, Pläne schmieden, einen neuen Stadtvorstand unserer Partei wählen und vor allem: selber noch mal Vorsitzender sein wollen, das Kommunalwahlprogramm vorbereiten, Hätte ich da zwischendurch hier Texte veröffentlichen sollen? Ähm, ja. Hätte ich. Hatte ich ja versprochen. Und nun steh ich da als Wortbrecher.

Dabei schwirren mir durchaus Dinge durch den Kopf, über die ich gern schreiben würde. Über Pussy Riot zum Beispiel. Oder über den Papst, der sicher demnächst beginnen wird das Kirchenvermögen zu verschenken. Über den Stubenwagen, den bedauernswerte Menschen im Pfandleihhaus vor meiner Tür abgegeben haben. Über meine Stadt, deren tiefe soziale Spaltung letztens durch die Bertelsmann-Stiftung bei einer Untersuchung des Wahlverhaltens dokumentiert wurde. Über die Frage, warum man mit der NPD nicht sprechen darf, aber mit offen rassistischen CDU-Politikern schon. Um nur einige Gedankenfäden zu zeigen, an denen zu ziehen ich mich nicht wage, weil sie wahrscheinlich so lang sind.

Das nächste Jahr wird so anstrengend, dass ich mich ein wenig davor fürchte. Aber dazu sind Jahreswechsel ja auch da: sich übers Erreichte zu freuen und vor dem kommenden Respektvoll zu verharren. Um es dann doch zu bewältigen.

 

Astronomischer Unsinn

26. September 2013  Allgemein

Lieber Sächsischer Bote,

ich weiss, du bist kein Qualitätsmedium. Aber dennoch lesen dich viele Menschen. Du behauptest, du würdest deine Exemplare 230.000 mal, mittwochs sogar über 250.000 mal verteilen. Selbst wenn nur jedes 10. Exemplar gelesen wird, ist das eine ganze Menge. Eine ganze Menge Verantwortung vor allem!

Es soll übrigens Menschen geben, die sich keine Tageszeitung mehr leisten können. Es ist möglich, dass du für solche Menschen die einzige Zeitung bist, die sie noch lesen. Kannst du diese Verantwortung tragen?

Bisher dachte ich nur, du würdest dich etwas schwer tun mit dieser Aufgabe, dir Hilfe holen bei amtlichen Verlautbarungen, ein wenig abschreiben bei Dritten und dadurch hier und da etwas einseitig werden. Nun aber bin ich wirklich erstaunt: Du machst selbst Meinung.

Und zwar mit diesem Kommentar, den du auf deiner Titelseite trugst. Hui, sagst du, wie astronomisch teuer sind doch unsere Wahlen. 67 Millionen Euro! Für den Staat!  Und dann noch das, was Parteien so dazutun. Und noch irgendwie Polizeibeamte. Das ist garnicht eingerechnet…

Sächsischer Bote, bist du bescheuert? Selbst wenn die offiziellen 67 Millionen sich noch verdreifachen kostet das am Ende pro Bundesbürger keine 2,50 Euro. Für die gesamte Wahlperiode. Irgendwas zwischen 60 und 70 Cent pro Jahr. Aber dir reicht das, um Stimmung gegen Wahlen zu machen? Als ein Blatt, das besonders in den Gegenden gebraucht und gelesen wird, in denen die Wahlbeteiligung eh schon gering ist hast du deine Aufgabe ja glänzend erfüllt, zur Volksverdummung beizutragen. Hättest du gern auf Wahlen verzichtet? Oder wie stellst du dir das so vor? Weniger Wahllokale? Nur eins in ganz Dresden, um zu sparen?

Irgendwas lässt mich auf Restvernunft hoffen. Deswegen ist das ein offener Brief an Dich. Vielleicht antwortest du ja. Und erklärst dich. Mir und den Menschen, die dich noch lesen. Ansonsten poste ich in Zukunft ab und zu, wenn du in meinem Haus verteilt wirst, ein Foto meines Hausmülleimers, in den deine Exemplare hineingeworfen werden. Damit deine Werbekunden feststellen, dass die astronomischen Kosten der Inserate bei dir nutzlos sind. Übrigens ganz im Gegensatz zu den Wahlen.

 

Schwarze Witwe? Nö. Rabenmutti.

26. September 2013  Allgemein

Der Kollege Fleischhauer vom Spiegel hat in einem Beitrag etwas zu Angela Merkel gesagt. Dabei will er uns alle in eine Sorte Merkel-Kritik einsortieren, die inhaltlich albern und daher leicht angreifbar ist. Klar, er zielt auf die SPD. Kann er mal tun, ist eigentlich nicht mein Bier. Jenseits dieser Zielrichtung finde ich, man sollte die amtierende und sicherlich auch zukünftige Kanzlerin nicht mit Wohlfühl- oder Gruselvokabeln beschreiben, sondern als das, was sie ist: Eine Kanzlerin, der nicht am Wohl aller im Lande Lebenden gelegen ist. deswegen gefällt mir das kleine oder hier als pdf auch große Bild ganz gut, und wer es als Aufkleber haben will kann eine Bestellung gern abgeben!

26. 09. 2013

26. September 2013  Tagebuch

Wie man hier sehen kann, bin ich der eigentliche Wahlgewinner in meiner Partei: ich habe im Wahlkreis Dresden II – Bautzen II die geringsten Zweitstimmenverluste  in ganz Sachsen. Fast hätte ich noch ein paar Stimmen gewinnen können. Bestimmt lag es daran, dass die Kartoffelsuppe bei der Kochshow in Radeberg zu lecker war und die umliegenden Würstchenhändler uns aus Protest gegen ihren Umsatzrückgang nun nicht mehr gewählt haben.

Nun tobt das Nachwahl-Zirkusprogramm. Ich könnte ja in einem halben Jahr mal nachfragen, wer die Namen der jetzt zurückgetretenen noch kennt. Özdemir? Schlömer? Who the Fuck…

Spannungsgeladen vor allem, wie die SPD den Preis für eine Koalition erhöhen will. Ich glaube ja, dass die Ablehnung einer SPD-CDU-Koalition bei vielen SPD-Mitgliedern echt ist, aber ich glaube auch, dass genau diese Mitglieder wissen, dass es keine andere realistische Wahl geben wird. Deswegen äußern sie ihren Unmut laut, um ihrer Führung Kraft für möglicht viele zu erkämpfende Zugeständnisse der CDU zu geben.

Natürlich wäre es besser, die SPD würde die Kraft für ein rotrotgrünes Bündnis finden. Aber ganz ehrlich: wer von uns glaubt, dass sie das schafft? Und natürlich ist es richtig, die eigentümlich agierende SPD-Führung dafür von links unter Druck zu setzen. Aber einige Argumente für oder gegen bestimmte Koalitionen teile ich nicht.

So ist die im Blog von Halina Wawczyniak aufgemachte Gegenüberstellung von gesellschaftlichen zu parlamentarischen Mehrheiten an Hand der Wahlergebnisse meiner Meinung nach nicht zielführend: eine gesellschaftliche Mehrheit für ein Lager bestünde ja nur dann, wenn die Wahlhandlung eine Zuordnung der oder des Einzelnen zu diesem Lager wäre, und zwar über diesen formalen Akt hinaus. Aber schon der vermutete Wechsel einiger Wählerinnen und Wähler von der LINKEN zur AfD müsste ja dann als ein Wechsel des Lagers interpretiert werden. Die Zuordnung von Menschen zu politischen Lagern hat meines Erachtens im Lande keine allzugroße Tradition, dieser Effekt wiederum macht es den Verfälschern und Spindoktoren ja erst leicht. Wählerinnen und Wähler zu einem Kreuz bei einer Partei zu bewegen, mit der sie bei näherem Nachfragen oft garnicht übereinstimmen.

Auch in die diesem Spiegel-Artikel gemachten Aussagen scheinen mir sehr mechanistisch. Eine große Koalition unter den aktuellen Bedingungen wird wie eine über dem Land liegende drückende Last beschrieben, die alles sofort beschließen könne und auch würde und die Opposition aus LINKEN und Grünen hätte kaum eine Chance dagegen zu halten.

Das sehe ich nicht so. Ein Blick auf die gerade vergangene Wahlperiode zeigt, wie heftig auch innerfraktionelle Diskussionen sein können. Die LINKE war da wohl medialer Vorreiter in der Darstellung innerer Zerissenheit, aber auch in den anderen Fraktionen gab es regelmäßig Abweichlerinnen und Abweichler bei Abstimmungen. Eine Koalition mit geringer parlamentarischer Mehrheit übt auf die eigenen Abgeordneten notwendigerweise einen hohen Druck aus. Dieser Konformitätsdruck lässt Diskussionen und Abweichungen im eigenen Haus nur bei besonders schwierigen, strittigen Themen zu. Bei einer so großen Mehrheit, wie sie eine große Koalition gegenwärtig hätte, sinkt dieser Konformitätsdruck, es werden sich innerhalb der CDU-CSU oder der SPD viel mehr Möglichkeiten zur Diskussion eröffnen, und die Mitgliedschaften und Wählerschaften der beiden Parteien können und werden sich daran viel reger beteiligen als bisher. Damit tritt meiner Meinung nach ein auf den ersten Blick paradoxes Ergebnis ein: Eine große Koalition befreit die politische Diskussion im Lande aus dem Zwangskorsett der arithmetischen Mehrheiten und führt sie auf den Humus von Grundwerten, Überzeugungen und Interessen zurück. Freilich wird, wenn diese Diskussion innerhalb der Koalitionsfraktionen abgeschlossen ist, daran kaum mehr etwas zu ändern sein, aber wir wissen alle, diese innerfraktionellen Diskussionen eben nicht mehr hinter verschlossenen Türen stattfinden werden und können.

 

22.09.2013, 16.30

22. September 2013  Allgemein

Also, ihr alle da an den Lesegeräten: Danke fürs Mitdenken, Mitlachen, Mitfiebern, für die Hilfe und Aufmunterung. Gestern war noch einmal Großeinsatz, Ein Stand mit Kaffee und Kuchen als Mind-Opener (oder Mouth-Opener?) am Sachsenplatz und einer am Albertplatz mit durchaus interessanten Gesprächen, zudem noch eine Handreichung an der Menschenkette zum symbolischen Schutz des Freiraum Elbtal gegen die Kommerzbebauung. Heute war: chillen. Und jetzt rappelt und zappelt es vor meiner Bürotür im Haus der Begegnung, die Wahlparty wird vorbereitet. In einer halben Stunde geht sie los. Gemächlich. Es werden auch der Landesvorsitzende und die Landesgeschäftsführerin erwartet, eine Liveschaltung nach Berlin zu Katja Kipping ist vorgesehen, und am Ende dann Musik und Tanz so lange die Puste der Gäste und des DJs reichen. Kommt vorbei. Und tröstet uns oder feiert mit uns. Übrigens: Ab morgen ist Kommunalwahlkampf.

20. 09. 2013

20. September 2013  Tagebuch

Was hab ich schlechte Laune!

kaffeeensatz

Am Dienstag haben wir etwas betrübt festgestellt, dass die Zeitungen der Stadt zwar die KandidatInnen der anderen Parteien in Portraits darstellen, uns aber anscheinend vergessen haben. Nachdem wir bei der Sächsischen Zeitung nachgefragt haben kam dann doch noch ein Termin zu Stande: Wir verteilen Kaffee am Morgen am Postplatz und schwatzen etwas mit den Leuten. Der Journalist, der den Artikel schreibt, stellt Katja ganz zu Recht als fleißig, mich aber als besonders faul und desinteressiert dar. Nicht, dass ich begeistert an Wahl- oder Infoständen bin: das ist sehr selten der Fall. Beim Hechtfest war es so, falls jemand da vorbeigekommen ist und mich gesehen hat. Aber zum jammern neige ich nun auch nicht.

Mein Wahlblog hier heißt „… versuchen wir das Unmögliche!“, und warum diesen Wahlkreis zu gewinnen eigentlich unmöglich ist hab ich dem jungen Herrn vorgerechnet. Weil der Stimmenabstand zwischen Arnold Vaatz und den zweitplatzierten PDS- bzw.LINKE-Kandidaten in den vorangegangenen Bundestagswahlen bei ca. 15.000 Stimmen lag, die nur unter besonders günstigen Umständen für uns zu gewinnen sind. Aber seien wir Realisten und versuchen es dennoch! Dazu habe ich ihm erklärt, dass wir eine Langzeitstrategie haben, weil man Wählerinnen und Wähler eben nicht mal so einfach in den letzten Tagen vor der Wahl mit einem Kuli und einem Feuerzeug bestechen kann, sondern durch seine Arbeit über Monate und Jahre gewinnen muss. Und dass ich lieber auf Podien und in Gesprächsrunden bin, und dass ich es für einen Skandal halte, dass in sächsischen Schulen keine Erstwählerforen gemacht werden dürfen. Und dass ich es bedaure, dass so wenige Verbände und Institutionen zu Diskussionsrunden eingeladen haben. Und ich hab ihm mein Menschenbild erklärt: das ich überzeugt bin, das fast alle Menschen wissen, wen sie wählen werden, aber darüber einfach nicht so gern diskutieren. und dass aus dieser Sicht heraus bei einem Infostand eben zum allergrößten Teil Menschen vorbeilaufen, die einen nicht wählen werden. Bei 50% Wahlbeteiligung und 20% Parteiergebnis ist es nun einmal statistisch nur jeder Zehnte. Von 100, die vorbeilaufen, sind 10 Menschen für uns aufgeschlossen. Das ist nicht schlecht, aber die 90 Ablehnungen sind natürlich nicht einfach zu ertragen. Er hat verstanden: ich erreiche an einem Infostand nur 10 Leute. Nö, so isses nich. Das hängt nämlich von der Dauer des Einsatzes ab. Und man kann nur mit einem Menschen gleichzeitig reden. Vielleicht hätte er gern gesehen, wie ich voller Eifer versuche, Leute zum wählen gehen zu bewegen. Oder ich habe ihn einfach überfordert mit meinen Annahmen. Und er hat nicht bedacht, dass Menschen von Katja vielleicht viel lieber einen Kaffee annehmen als von mir.

Der Artikel ist bei der SZ hinter der Bezahlschranke, deswegen gibts hier keinen Link. Und nun ist es auch genug mit dem Ärger.

Heute wurde mein Wahltalkvideo bei Dresden-Fernsehen veröffentlicht. Bildet euch bitte selbst ein Urteil. Ich bin ganz zufrieden, aber bis zum Vollblutparlamentarier wäre es dann doch noch ein ganzes Stück. Vielleicht mehr Unhaltbares versprechen? Mögen die Menschen sowas?

Am Abend heute fand dann die Podiumsdiskussion in der Handwerkskammer statt. Eine sehr schöne Runde, offen und konfrontativ, ich fand mich nicht so schlecht. Natürlich sind Handwerkerinnen und Handwerker herzenskonservative Menschen, und ich meine dies durchaus im positiven Sinne. Ich würde ja gern mal Handwerkerinnen und Handwerker kennen lernen, die LINKE wählen. Schon, um unser Kommunalwahlprogramm gut vorzubereiten wäre das eine spannende Sache. Insbesondere die Angst der Gewerke, die jetzt weit von 10 Euro Mindestlohn entfernt sind kann ich nachvollziehen. An dieser Stelle wird auch nach den Wahlen Erklärungsbedarf bleiben.

Das Bild hab ich bei Ralf Hron gemopst, der als DGB-Chef im hiesigen Sprengel auch in der Handwerkskammer Mitglied ist. Ich hoffe er nimmts mir nicht krumm und ist mit einer Tasse Kaffee als Entschädigung einverstanden, wenn er es mitbekommt.

hwk

 

Zum Ende noch, weil dies der vermutlich vorletzte Eintrag zur Bundestagswahl sein wird: Was meint ihr, soll ich diesen Blog weiterführen? Nächstes Jahr sind Kommunalwahlen, danach Landtagswahlen, obwohl ich da eigentlich nicht kandidieren will. Lasst es mich einfach mal wissen!

 

 

 

 

15.09.2013

16. September 2013  Tagebuch

Heute war Angela Merkel in Dresden. Ich bin nicht hingegangen. Ob sie wohl etwas Neues erzählt hat? Und eine Drohne ist knapp neben sie gefallen. Bald wird es zur Grundausrüstung von Großveranstaltungen gehören, solche Fotodrohnen eliminieren zu können. Schöne neue Welt.

Am vergangenen Freitag war unsere Kochshow in Radeberg. Das Konzept besteht darin, dass Peter Porsch und Stefan Hartmann zusammen hinter einem LINKE-Stand Essen kochen und verschenken und dabei lustige Dinge erzählen. Also das Konzept für überall. In Radeberg wurde es auch so gut es geht eingehalten, allerdings war der erste wartende Kunde am Stand der Kollege Ministerpräsident Tillich. Zwar hatten sich die Kochkünste meiner führenden Genossen, zu denen sich hier auch noch der Landesvorsitzende Rico Gebhardt und die Landesgeschäftsführerin Antje Feiks hinzugesellten, offenbar bis in die Staatskanzlei herumgesprochen. Aber der MP ist der lebendige Beweis dafür, dass sich die Menge der SuppenkundInnen nicht mit der potentieller WählerInnen deckt.

Arnold Vaatz hingegen, ebenfalls anwesend, lenkte den Blick weg von den kulinarischen Verführungen und wurde später, Fotobeweise sind vorhanden, am Pferdewurststand gesehen.

dialogüberparteigrenzen

Ich habe, nachdem eine Ungeschicklichkeit mich einen Kaffeefleck auf dem Hemd hat produzieren lassen, als Sichtschutz die Kochschürze übergeworfen und mich in parteiübergreifende Gespräche gestürzt. Immerhin konnte ich die gute Frau, wenn schon nicht überzeugen, so doch verwirren und sie hat entsprechend reagiert und von ihren Opfern abgelassen und mit mir geredet. Unter ihren Schirm konnte ich nicht schlüpfen: die CDU-Sonnenschirme sind offenbar vom selben Produzenten wie unsere und einfach zu niedrig für mich.

Vorgestern hatte die LInksjugend zum Brunch eingeladen, besser zur Brunchtour. Das Konzept war ähnlich dem der Kochtour, nur dass die Leckereien fürs Volk unaufwendiger zu Hause produziert wurden und nur als Lockmittel für Gespräche dienten. Diese Tour ging drei Tage lang, und voller Pflichtbewusstsein hatte ich mich an dem Termin, der gnädigerweise in meinen Wahlkreis gelegt wurde, beteiligt. Der Stand war neben dem Elbamare, an der Haltestelle Merianstraße, aber in einem Seitenweg. Alles sehr chillig, sehr freundlich, sehr angenehm. Trotzdem bin ich mit einem der netten jungen Genossen dann zum Kinderfest der Freiwilligen Feuerwehr Gorbitz gegangen. Volles Haus dort, Respekt! Und Danke an den Wehrleiter Ingo Bauernfeind, der unkompliziert eine Führung durch das Gebäude ermöglichte.

Am Sonntag hab ich mit Freundin und Kind den Wahlkreis in Gänze durchmessen, um sowohl das Leutewitzer Mühlenfest, das unmittelbar daneben gelegene Familienfest und dann das Hochlandfest in Schönfeld zu besuchen. Während das Familienfest, als Spätsommerfest angekündigt, nach eigener Lesart der SPD ein Fest ihres Ortsverbandes West ist waren die von mir befragten BürgerInnen und Vereine der Meinung, es handle sich eher um ein traditionelles Fest, in das sich die SPD hereingedrängelt habe. Wie dem auch sei: die zweite Interpretation ist mir die angenehmere.

Im Hochland war allerdings deutlich mehr los, auch sehr hübsche Attraktionen wurden dort gezeigt. Retroautos mit Elektroantrieb, in denen Kinder herumfahren konnten. Wunderbar! Vermutlich war da der TÜF noch nicht dran, sonst wäre dieser Spaß sicher verboten. Und einige Minuten Chorkonzert in der Schönfelder Kirche konnte ich mithören. Hatte ich schon einmal erzählt, dass mich der ländliche Charm des Hochlandes sehr anzieht? Als Besucher wohlgemerkt, nicht als Einwohner, da bin ich zu sehr Städter. Aber die gegenseitigen gepflegten Abneigungen zwischen der Kernstadt und dem Hochland kann ich nicht verstehen.

 

 

 

 

 

12. 09. 2013

12. September 2013  Tagebuch

Heute findet eine Podiumsdiskussion im Romain-Rolland-Gymnasium statt. Eigentlich, denn sie ist per Mail und mit großem Eifer der Politfabrik in die Dreikönigskirche verlegt worden. !3 Uhr, wer noch vorbeikommen will. Die zweite echte Podiumsdikussion, der Wahlkampf tobt hurrikanesk. Ich hab immer noch so etwas wie schlechtes Gewissen, weil alle anderen bei Facebook eifrig ihre Aktivitäten melden. Also nicht alle anderen, SPD und Grüne konkret. Immer wenn es draußen noch dunkel ist und man sich die Decke über die Ohren ziehen möchte, (Hört, liebe Wählerinnen und Wähler: Ich bin einer von euch. Ich schlafe gern aus!) melden die Kolleginnen und Kollegen dieser beiden traditionellen Frühaufsteherparteien, sie würden jetzt Tütchen mit allerlei Krimskrams an Menschen frühverteilen. Was werden sich die Leute freuen!

Wahrscheinlich weiß ich so etwas nur von SPD und Grünen, und die CDU macht es in Wahrheit ähnlich, aber ich habe nur wenige und offenbar vernünftige CDU-Facebookfreunde und kenne daher nichts über deren Wahlkampfaktivitäten.

Ich glaube, ich bin als Kandidat total wichtig. So haben mich auch große Wirtschaftsverbände in ihre Verteiler aufgenommen und senden mir nun bunte Broschüren, um mir ihre Wünsche mitzuteilen. Die Autoindustrie zum Beispiel oder die Stahlindustrie. Und die Gewerkschaft auch. Michael Sommer, DGB-Vorsitzender, hat mir einen Brief mit „Lieber Tilo“ in der Anrede geschrieben. Dabei sind wir weder in der selben Partei noch bin ich Gewerkschaftsmitglied. Ich bin ja da nicht so eng, eigentlich. Und darf ihn jetzt Michael nennen, wenn ich ihn mal persönlich treffe.

Das Duzen ist ja überhaupt groß in Mode, auch dort, wo ich garnicht geduzt werden möchte. Ich sage zu Bürgerinnen und Bürgern zuerst einmal höflich Sie. Und Du?

Oder die Einbeziehungsmacke: Das WIR entscheidet, deswegen sind wir gemeinsam für Deutschland unterwegs. Nicht mit mir, denken sich LINKE-Wählerin und LINKE-Wähler und verweisen auf die einfache und immer noch richtige Logik: Parteien sind, so sagt das Wort, Teile des Ganzen. Wo Parteien fürs Ganze stehen wollen winkt ein diktatorischer Anspruch hinter der Gardine hervor. Oder eine Lüge. Oder beides.

Ganz besondere Post fand sich vor einigen Tagen in meinem Briefkasten: Gleich drei von der selben Adresse. Wegen des vielen Portos (jeder Brief war fein säuberlich mit einer Briefmarke beklebt und offenbar gingen diese Briefe auch an alle anderen Direktkandidaten) scheinen sich diese ehrwürdigen Vereine keine eigenen Büros leisten zu können und nutzen die Synergie demokratisch scheinender Aktivitäten. Hier dokumentiert die Briefe, jeweils die Vorder- und Rückseite:

Initiative Familienschutz vorn / hinten

Zivile Koalition vorn / hinten

Bürgerrecht Direkte Demokratie vorn / hinten

Ich hab noch nicht geantwortet. Und ich habs auch nicht vor.

 

 

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